Tobias Wimbauer:

Anhang zu: TW, "Personenregister der Tagebücher Ernst Jüngers
Freiburg 1999, S. 293-296


Von Jean Paul ist die herrliche Notiz überliefert:
"Das Bessermachen eines Buchs endigt gar nie; und hätt man dasselbe 100mal verbessert und wiedergeschrieben, zum 101mal besserte man doch noch"

- - - so bitte ich alle Leser, mir für die 2. Auflage des "Registers" Hinweise zu geben, die zur Verifizierung der untenstehenden Stellen bzw. Zitate führen können!

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!


Bitte informieren Sie mich über eventuelle Fundstellen via eBrief:




Stand: 3. August 2001 Zurück



Aus der Vorbemerkung zum Anhang des "Personenregisters der Tagebücher Ernst Jüngers"



Dem Ersteller des vorliegenden Registers war es leider nicht in allen Fällen möglich, Erwähnungen, Werktitel und Zitate zuzuordnen.

Im Falle eines möglichen Nachweises erbittet der Verfasser Mitteilung.

Bei den nachfolgend angeführten Stellen finden sich auch Zitate, bei denen nicht auszuschließen ist, daß es sich dabei um eigene Äußerungen Ernst Jüngers handelt. Da jedoch in der Sekundärliteratur auch in der jüngsten Zeit noch einige Zitate als originale Äußerungen Jüngers behandelt wurden, die für dieses Register erstmalig als Fremdzitate nachgewiesen werden konnten, sollte man bei der Zuordnung Vorsicht walten lassen.

Wird der Kontext auszugsweise mitzitiert, so ist die nicht ermittelte Stelle oder Person kursiv gedruckt. Um auch hier ein "Wiederfinden" gewährleisten zu können, wird der Tagebuchtitel und das Datum der jeweiligen Stelle beigegeben.



  • Aus der Goldenen Muschel, 25. April 1929:
    "Ich bin ein Ritter der Sonne, des Waldes, von der dürren Heide, vom halben Mond"
    [in früheren Ausgaben lautete das Zitat: "Ich bin ein Ritter von der Sonne, vom Walde, von der dürren Heide, vom halben Mond"]


  • Gärten und Straßen, 22. Juni 1940:
    Sie waren zum Teil recht leicht gekleidet, zum Teil in modischem Aufputze; das gab, zusammen mit unseren grauen Uniformen, dem Übergange etwas von der "Rückkehr vom Maskenball".


  • Gärten und Straßen, 16. Juli 1940:
    Hier [in der kleinen Kirche] las ich auf einem Bilde den schönen Spruch: "Vitam pro fide dedit"; ...


  • Das Erste Pariser Tagebuch, 17. Juni 1941:
    Ihr Blumen, wer hat euch erdacht?


  • Das Zweite Pariser Tagebuch, 4. Mai 1943:
    Er [Carlo Schmid] erzählte mir (...) die groteske Geschichte eines seiner Kollegen, eines sechzigjährigen Juristen aus der Militärverwaltung in Lille, der das Paßbüro verwaltete. (...) Der seltsame Automatismus wiederholte sich, (...)bis endlich das Kriegsgericht mit ihm beschäftigte. Der Held dieser Geschichte war bis vor kurzem Leiter eines Amtes für Judenfragen in Berlin und Mitarbeiter des "Stürmer", in dem er Aufsätze über die sexuellen Untaten der Juden schrieb.


  • Das Zweite Pariser Tagebuch, 10. Mai 1943:
    So spüre ich in den kleinen Gassen (...) immer ein wenig "Essence de Verlaine".


  • Das zweite Pariser Tagebuch, 13. Mai 1943:
    "Der Stille Held indes aufs Schwert sich senkte, / Er hat dies alles nicht zu sehn geruht."
    [Dieses Zitat ließ sich verifizieren: es handelt sich um
    einen Auszug aus Baudelaires Gedicht "Don Juan aux enfers". Für diesen Hinweis bin ich Herrn Dr. François Poncet zu Dank verpflichtet.]


  • Das Zweite Pariser Tagebuch, 2. Juli 1944 (in späteren Ausgaben gestrichen):
    Über die Tätigkeit der Propaganda in Frankreich während der Besatzungszeit. Ihr Chef, ein Oberst, ließ in diesen Tagen kriegsgefangene Amerikaner durch die Stadt führen.


  • Das Zweite Pariser Tagebuch, 10. August 1944:
    "J'aime les raisins glacés / Parce qu'ils n'ont pas de goût, / J'aime les camélias / Parce qu'ils n'ont pas d'odeur. / Et j'aime les hommes riches / Parce qu'ils n'ont pas de cœur."


  • Kirchhorster Blätter, 28. Dezember 1944 (in späteren Ausgaben gestrichen):
    "Le piedplatisme universel."


  • Kirchhorster Blätter, 20. Januar 1945:
    So unterstellte der Kompaniechef, der mir die Botschaft sandte, daß Ernstel "für den Führer" gefallen sei.
    Siebzig verweht IV, 6. Januar 1988:
    Nachdem mein Sohn Ernst (...) verurteilt worden war, wurde er zu einer Einheit (...) eingezogen, und bald darauf (...) erhielten wir die Nachricht, daß er (...) gefallen sei. Ich bat den Kompanieführer ...
    Siebzig verweht V, 14. März 1995:
    Der Kompanieführer hat, angeblich wegen Überlastung, keine näheren Angaben gemacht.


  • Jahre der Okkupation, 7. Mai 1945:
    "Die Regierung hat nicht den Mut, mich erschießen zu lassen; das beruht aber nicht auf Gegenseitigkeit." Ich glaube, das wurde einmal in Südamerika gesagt.


  • Jahre der Okkupation, 24. September 1945:
    "Ein starkes Schicksal, auf schwache Schultern gelegt."
    und: Siebzig verweht II, 22. September 1974:
    "Eine große Aufgabe, auf zu schwache Schultern gelegt."


  • Jahre der Okkupation, 4. Oktober 1945:
    Der magische Charakter der Landschaft. Ihr Hintergrund wird manchmal so zwingend, daß man fürchtet, sich ihm hinzugeben, "stärker zu schauen", weil man in ihm verschwinden könnte...


  • Jahre der Okkupation, 6. Januar 1947:
    Unter der Post der Brief eines jungen Autors (...). Er legt einen kleinen Ausweis bei: "Aus granitenen Stufen, / Die aufwärts führen, / Blitzen Kristalle."


  • Siebzig verweht I, 28. Juni 1965:
    ...während er (...) in einem Buch "Fahrt durch das biblische Morgenland" las.
    [Dieses Buch ließ sich verifizieren: es handelt sich um
    den Untertitel des Buches "Zedern, Wüste und Ruinen. Fahrt durch das biblische Morgenland" von Otto Heinrich Klingele. Für diesen Hinweis bin ich den Herren Dipl.-Ing. Thomas Mosch und Jan Bungeroth zu Dank verpflichtet.]


  • Siebzig verweht I, 12. September 1965:
    Das erinnert mich an das Wort eines unserer Denkerfürsten: "Über allem steht die Atombombe."


  • Siebzig verweht I, 10. Dezember 1965:
    Dazu der Gedanke eines griechischen Philosophen: Im Menschen vollzieht sich das Mysterium des Todes immer wieder; das Kind stirbt im Jüngling, der Jüngling im Manne, der Mann im Greis.


  • Siebzig verweht I, 14. /15. Juni 1966:
    Was den Vätern noch ein Märchentraum: / Uns ist es gelungen...


  • Siebzig verweht I, 16. April 1968:
    Er [der Genuß] muß sein Maximum erreichen, "zur Zeit, da die Golddistel blüht"...


  • Siebzig verweht I, 27. Januar 1969:
    Die Stoiker meinten: die Natur sei verpflichtet, uns einen Vater zu geben - ob einen guten Vater, das bleibe dahingestellt
    und: Siebzig verweht I, 8. April 1969: Wenn die Stoiker sagen, die Natur sei verpflichtet, uns einen Vater zu geben, ob aber einen guten, das stehe dahin...
    [Dieses Zitat ließ sich verifizieren. Es stammt aus Epiktets "Handbuch der stoischen Moral", xxx.]


  • Siebzig verweht II, 25. Mai 1971:
    "Nichts ohne Theseus" - das war, wie die Verkündung des Alleingottes, eine Anmaßung.


  • Siebzig verweht II, 20. Juli 1971:
    ...Mackays Gedichte (...). Auch sie bezeugen die Grundtendenz seines Lebens: "Erlöst wird nur der, der sich selbst erlöst."
    [Dieses Zitat ließ sich verifizieren: es handelt sich um
    ein Zitat aus Mackays Gedicht "Selbstfindung".]


  • Siebzig verweht II, 1. April 1974:
    "Nous sommes les légionnaires d'Afrique, / Toujours en marche, le sac au dos - - - "


  • Siebzig verweht II, 9. Juni 1975:
    "En règle le paysan est chrétien, le commerçant est juif."


  • Siebzig verweht II, 14. August 1975:
    "Du legtest die Kleider, nun leg noch den Namen, leg auch den Körper ab."


  • Siebzig verweht II, 23. November 1977:
    Im März 1823 wußte der französische Gesandte [in Kurhessen] nach Paris zu berichten, daß in letzter Zeit kein Tag vergangen sei, an dem Serenissimus nicht einen seiner Lakaien geprügelt habe...


  • Siebzig verweht II, 4. September 1978:
    "Er wird wiederkommen, wenn der Trommler schlägt; / Zum Geleit wird er ganz Frankreich haben."


  • Siebzig verweht II, 18. April 1980:
    Auch über das Wort "vergnügt" und seinen Bedeutungswandel seit dem Barock. "Ich bin vergnügt in meinem Leiden"
    [Dieses Zitat ließ sich verifizieren: es stammt aus einer Sopranarie von Bach, BWV 58-3. Für diesen Hinweis bin ich meinem Vater, Herbert Wimbauer, zu Dank verpflichtet.]


  • Siebzig verweht III, 6. März 1981:
    ...dazu Muscheln am Strand, wie sie in Naturalienhandlungen ausgestellt oder im "Amboinaschen Raritätenkabinett" abgebildet sind.
    [Der Verfasser des Buches "Amboinische Raritäten- Cammer oder Abhandlung von den steinschaalichten Thieren, welche man Schnecken u. Muscheln nennet" (Wien: Krauß, 1766) ließ sich verifizieren: es handelt sich um: Rumphius, Georgius Everhardus (1627-1702).]


  • Siebzig verweht III, 14. Februar 1982:
    "Eine Rüstung, ganz aus Fehlern gewebt" So ein Moralist, dessen Name mir entfallen ist.
    und: Siebzig verweht III, 8. August 1984:
    "Meine Rüstung ist ganz aus Fehlern gewebt." [Ähnliche Zitate finden sich in: Siebzig verweht IV, 19. November 1989 "Man möchte den Mut verlieren, wenn man nicht durch ein Korsett von Irrtümern gestützt würde" (Fontenelle) und in: Das zweite Pariser Tagebuch, 21. Februar 1943: "Ich bin mit einem Panzer gewappnet, der ganz aus Fehlern geschmiedet ist" (Pierre Reverdy).]


  • Siebzig verweht III, 21. November 1982:
    So hörte ich von einem berühmten, nach Amerika emigrierten Russen: "Sozialismus ist Mord"


  • Siebzig verweht III, 10. Februar 1983: Lieber François Royer: (...) Ihre Gedichte sind sehr schön - (...) in der Tat eine musique seconde: "Comme une chute de musique, / Et le regard d'une amoureuse."
    [zitiert EJ hier Royer??]


  • Siebzig verweht III, 29. März 1984:
    "Es geht theologisch etwas vor sich".


  • Siebzig verweht III, 29. März 1984: "Ich hätte gern noch ein paar Jahrzehnte Sterne gezählt..."


  • Siebzig verweht III, 22. Juni 1984:
    Progressus in abysso


  • Siebzig verweht III, 13. Dezember 1985: Der Text [das Journal von Jules Renard] (...) stimuliert. "Le détail significatif".


  • Siebzig verweht III, 25. November 1985:
    ...Ihr (E.Jüngers) 46.Geburtstag (1941) (...) ist mir gut in Erinnerung... Sie spendeten (...), entgegen den Anweisungen des Kommandeurs, für jeden von uns Rotwein...


  • Siebzig verweht IV, 22. Oktober 1986:
    "Ubi amor, ibi oculus"
    [Dieses Zitat ließ sich verifizieren: es handelt sich um
    einen Ausspruch des Thomas von Aquin.]


  • Siebzig verweht IV, 21. April 1987: "every world we think of is a selected one - against a neglected background."


  • Siebzig verweht IV, 1. Juli 1987: Allerdings kam mir auch der Marschall in den Sinn, der bei der Krönung Napoleons ungefähr sagte, warum man denn, um die Monarchie wieder herzustellen, einige hunderttausend Menschen umgebracht hätte, das könnte man auch billiger gehabt haben.


  • Siebzig verweht IV, 12. Juli 1987:
    "Der Tauwind schnob vom Galgen her"
    [Die einzig bislang ermittelbare Verbindung von "Tauwind" und "schneuben" findet sich in einem Gedicht von Bürger: "Der Thauwind kam vom Mittagsmeer / und schnob durch Welschland, trüb und feucht..."]


  • Siebzig verweht IV, 2. August 1987:
    Daher galt das Wasser einerseits als heilig (...) - es "genügte nicht allein"


  • Siebzig verweht IV, 31. Oktober 1987:
    Bitte grüßen Sie meinen neuen algerischen Freund...
    [Dem Empfänger des hier zitierten Briefes, Prof.Henri Plard, ist der "algerische Freund" Jüngers unbekannt]


  • Siebzig verweht IV, 11. Dezember 1987:
    Magrittes Maxime (...) möchte ich nicht unterschreiben... Eher gefiel mir, daß es die Aufgabe der Malerei sei, "das Sehen zu aktivieren"...
    [ebenfalls Magritte?]


  • Siebzig verweht IV, 8. August 1988:
    Zu seiner [Heinrichs IV.] Zeit kursierten "Die Liebschaften Alexanders", ein Pamphlet.
    [Es konnte nur die Schrift von J.Grasset de Saint-Sauveur "L'amours d'Alexandre" von 1797 ermittelt werden, keine jedoch aus der Zeit Heinrichs IV.]


  • Siebzig verweht IV, 12. Januar 1989:
    Hier könnten wir vielleicht den Text setzen, den ich irgendwo gelesen oder gehört habe: Viens, viens, vieux copin / je veux tester tes vins.


  • Siebzig verweht IV, 11. Januar 1990:
    Das Bild des Taurillon [d.i.das Stierlein = Dr.Liselotte Jünger] (...) erinnert mich an ein Lied, das wir hier singen: "Elle est encore plus belle à l'intérieur"
    [Dieses Zitat ließ sich verifizieren: es handelt sich um
    ein Zitat aus dem Chanson "La Chica de Cuba" des französischen Chanconiers Philippe Lavil (*1947).]


  • Siebzig verweht IV, 26. Januar 1990:
    Das haben schon die Griechen gewußt: "Weil der gemeinsame Fisch keine Gärten hat"
    [Dieses Zitat ließ sich inzwischen verifizieren: es ist von Demokrit aus Abdera]


  • Siebzig verweht IV, 26. April 1990:
    "Der Weg ist wichtiger als das Ziel"
    [Dieser Satz wurde angeblich von Rilke geäußert; die genaue Fundstelle bleibt noch nachzutragen]


  • Siebzig verweht V, 1. Januar 1992
    "Im Genuß seiner selbst"
    [Dieses Zitat ließ sich inzwischen verifizieren: es entstammt Hegels "Phänomenologie des Geistes"]


  • Siebzig verweht V, 21. Juni 1993:
    "Kleine Fakten stützen ein hohes Gerüst."


  • Siebzig verweht V, 15. Juli 1995:
    Empfänge im spanischen Senat (...) und beim Kommandanten der Kriegsschule auf dem Alcazar von Segovia.


  • Siebzig verweht V, 18. August 1995: "Ritten drei Ungarn, stämmige Husaren / Trab, trab, trab trab durch die Lombardei." Ich muß das am Kurfürstendamm von Claire Waldow (...) gehört haben.


  • Siebzig verweht V, 15. Dezember 1995:
    "Ein alter Krieger zittert nicht"
    [Dieses Zitat ließ sich inzwischen verifizieren: es handelt sich um die Paraphrase eines Gedichtes, "Les Vickings" von Gilles Didier. Für diesen Hinweis bin ich Frau Caroline Mary zu Dank verpflichtet.]